Feuerwerk

am

„Was willst du wirklich?“

Sie schreibt die vier Worte auf eine kleine Serviette vor ihr auf dem Tisch.

Die Sonne wird von dem weißen Papier reflektiert. Der Wind lässt die Ecken sanft flattern. Sie erkennt ihre eigene Schrift kaum. 

Merken das alles gut war. Irgendwie war alles gut. So ein bisschen. Oder kommt es ihr jetzt nur so vor? Nein. Es war gut. Und jetzt ist es nicht mehr gut.

Jetzt ist es verdreht. Wiegt schwer. Drückt. Stört. Lenkt ab. Hängt an ihr, wie ein Anker der dem Grund entgegen treibt.

Die Sonne blendet. 

„Ich kann gar nicht glauben, dass wir hier sind“, hatte der Alpha gesagt. 

Sie hatte ihren Arm um ihn gelegt, dabei musste sie auf Zehenspitzen laufen. „Was hast du denn gedacht?“

„Nicht, dass du wirklich so spontan bist. Du bist so anders. Ich mag das an dir.“

Sie küsste ihn auf die Wange. Dann kippte sie fast zur Seit, er fing sie auf. „Du bist verrückt“, hatte er gesagt. „Aber das dachte ich mir schon in dem Moment, als ich dich das erste mal sah.“

„Ich weiß gar nicht mehr wann das war.“ Sie hielt sich die Hände an die Stirn um ihre Augen vor der Sonne abzuschirmen. Er nahm eine davon in seine und küsste sie. „Lange, bevor du mich gesehen hast.“

Dann stieg so ein Gefühl in ihr auf. Ein warmes, schweres Gefühl im Magen. Sie wusste, wenn sie jetzt nicht schnell irgendwas tun würde, dann könnte sie sofort losheulen. Also drückte sie ihn fest an sich. Und er drückte sie fest an sich. Und so drückten sie eine Weile. Sie fühlte seine Muskeln unter seinem Shirt, seinen starken Rücken unter ihren Fingern. Sie vergrub ihre Nase an seinem Schlüsselbein und sog seinen Geruch ein. So vertraut. So nah. 

Sie küssten sich wieder und er nahm ihre Hand um weiter zu gehen. Ihre kleine Hand in seiner starken. 

„Schauen wir uns heute Abend auch das Feuerwerk an?“

„Wir wären schön blöd, wenn wir nicht all-in gehen“, antwortete sie.

„Ich möchte es nie wieder anders haben“, sagte er leise. 

Sie schluckte nur und konnte nichts erwidern. Weil jedes Wort der letzte Tropfen im vollen Fass gewesen wäre. Alles was sie wollte war, dass genau in diesem Augenblick einfach die Zeit stehen bleibt. Aber sie schaute ihn nur an und hoffte, dass er verstehen würde.

„Ready to begin, let the wonder take hold

Feel it draw you in, watch the moment unfold

Spark a dream that we’re meant to follow

Setting off for a new tomorrow.“

Die Bedienung kommt. Geld wechselt die Hände. Austrinken. Sie steht auf. Die Serviette flattert vom Tisch. „Was willst du wirklich?“

Sie dreht sich um und geht weg.

 

 

Kursiv: „Happily ever after“ von JORDAN FISHER und ANGIE KEILHAUER

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