Volle Fahrt

am

Alles andere plötzlich egal. Ganz weit weg. Keine Leuchttürme. Keine Anker. Offenes Meer.

„Komm zurück ins Bett.“ Die Nachricht auf ihrem Telefon lässt sie noch breiter grinsend durch den Tag laufen.

„Wann sehen wir uns wieder?“

„Am liebsten sofort!“

Alles fühlt sich leicht an. Das Gras ist grün. Der Himmel ist blau. Keine Wolken zu sehen. Es ist warm. Es fühlt sich gut an. Der Wind steht günstig. Das Boot nimmt Fahrt auf. Eine Hand für sich, eine für das Schiff. Doch sie reißt beide Arme nach oben und setzt noch ein Segel.

Schnelle Küsse auf der Straße. Eis in der Sonne. Die Uhr sagt sie müssen nach Hause. Sie drehen die Uhr auf links.

Zwei Körper, eng umschlungen auf dem Sofa. Ihr Herz fühlt sich an als würde es jeden Augenblick überlaufen.

„Ich hab mittlerweile keinen Bock mehr auf diese halb garen Sachen. Da kommt mal eine die hat vielleicht Style, aber mehr ist es dann doch nicht. Das ist anstrengend. Langweilig. Was ich will, dass ist ein Partner in Crime.“

Es sprudelt immer mehr. Immer höher, immer stärker.

„Halt es zurück“, denkt sie noch. Doch der Tätowierte hat sie längst durchschaut. „Was ist los?“

Grinsen. Schweigen.

Seine Augen. Wellen des Glücks rauschen durch ihren Körper, ihr Gehirn. Haben längst alle Sorgen und Zweifel davon gewaschen. Scheiß drauf.

Der Korken fliegt.

„Ich bin hart verknallt in dich!“

Sie muss kichern. Wie ein Teenager. So fühlt sie sich gerade. Sie schaut ihn an. Fürchtet sich kurz vor der Reaktion, will sie weg lachen bevor sie kommt. Sie vergräbt ihr Gesicht in seiner Schulter.

„But when a thing like this surrounds me, I feel like something´s found me. It´s a feeling that astounds me.“

„Das find ich gut“, sagt der Tätowierte und hält sie fest im Arm.

„Wirklich?“

„Ja, wirklich!“

Sie ist erleichtert. Lacht erleichtert. Er lacht auch. Küssen.

„Du bist der Wahnsinn.“ Bei seinen Worten wird sie rot.

Ihre Hände gleiten über seinen Körper. Sie ist entspannt. Keine Scham. Die nackte Haut fühlt sich warm an. Sie fährt Linien nach. Langsam. Immer weiter. Immer tiefer. Der Tätowierte stöhnt leise auf. Schließlich packt er sie und zieht sie zu sich nach oben.

Wieder dieser Moment, kurz bevor er in sie eindringt. „Es soll nie, niemals enden“, denkt sie, als sie sich an ihm festklammert. Sie nimmt nur noch die beiden Körper wahr, die ganz langsam miteinander verschmelzen. Zusammen gehören. Vollständig werden.

Gegenstück? Nein. Zusammenstück.

Furchtlos.

Ein Schiff ist nur so stark wie seine Mannschaft. Soll das Bermuda-Dreieck nur kommen. Volle Fahrt voraus.

 

 

Kursiv: „A thing like this“ von FRIENDS

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